25 Jahre Staatshaushalt auf einen Blick
Seit 2000 hat Österreich nur zweimal einen Überschuss erzielt (2018 und 2019). Nach den Krisenjahren 2020–2022 und dem Ausgabensprung 2024 (+9,3 %) wuchsen die Ausgaben 2025 mit +3,6 % deutlich langsamer als die Einnahmen (+4,5 %). Bremsklotz bleibt laut Statistik Austria die schwache Wirtschaft: Das reale Wachstum betrug 2025 nur 0,6 %.
Linke Achse: Milliarden Euro · rechte Achse: Prozent des BIP. Für 2001 ist im Ausgangsmaterial kein lesbarer Einnahmenwert enthalten (Lücke). Quelle: Statistik Austria, Öffentliche Finanzen, Stand März 2026.
Österreich im EU-Vergleich
Bei der Schuldenquote liegt Österreich knapp unter dem EU-Schnitt, beim Defizit deutlich darüber. Zehn der 27 EU-Staaten befinden sich in einem Verfahren wegen übermäßigen Defizits – Österreich gehört dazu. Einnahmen- und Ausgabenquote zählen zu den höchsten in Europa.
Österreich: aktueller Stand Statistik Austria (31.03.2026); übrige Länder: Herbstprognose der EU-Kommission vom 21.11.2025. Die Kommission hatte für Österreich ein Defizit von 4,4 % und eine Schuldenquote von 81,4 % geschätzt.
Woher das Geld kommt
2025 nahm der Staat 261,5 Mrd. € ein. Die Sozialversicherungsbeiträge sind mit 83 Mrd. € die mit Abstand größte Einzelquelle und stützten laut Statistik Austria die Einnahmenseite. Für Gemeinden besonders interessant: die Kommunalsteuer – eine der wichtigsten eigenen Steuern der Gemeinden.
Einnahmen 2025 nach Art
Antippen zeigt Betrag und Anteil.
Die zehn wichtigsten Abgaben
Veränderung 2024 → 2025
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| Abgabe | 2024 | 2025 | ± Mrd. € | ± % |
|---|
Werte in Mrd. Euro, gerundet; Veränderungen aus den gerundeten Werten berechnet.
Wohin das Geld fließt
Von 283 Mrd. € Ausgaben gingen 127 Mrd. € in Sozialausgaben – nach Aufgabenbereichen gerechnet fließen rund 4 von 10 Euro in die soziale Sicherung, vor allem in Pensionen. Die Gesundheitsausgaben steigen überdurchschnittlich. Die Krisen-Subventionen (Covid, Energie) sind dagegen 2025 praktisch ausgelaufen.
Subventionen 2019–2025
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Soziales & Gesundheit im Zeitverlauf
Ausgaben 2025 nach Art
„Übrige“ umfasst Investitionen, Zinsen und sonstige Ausgaben (Differenz zur Gesamtsumme von 283,0 Mrd. €).
Bund, Länder, Gemeinden: Wer trägt was?
Der Bund verursacht den Großteil von Defizit und Schulden – und hat 2025 laut Statistik Austria auch die zentrale Rolle bei der Konsolidierung gespielt: Sein Defizit sank von 16,7 auf 15,2 Mrd. €. Bei den Gemeinden (einschließlich Wien) stieg das Defizit hingegen leicht.
| Teilsektor | 2024 | 2025 | % BIP 2025 |
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Mrd. Euro. BIP 2024: 494,1 Mrd. € · BIP 2025: 512,8 Mrd. €.
Anteile 2025
Die Bundesländer: Oberösterreich als einziges im Plus
Die Länderhaushalte entwickelten sich 2025 sehr unterschiedlich. Oberösterreich erzielte als einziges Bundesland einen kleinen Überschuss (+5 Mio. €), Niederösterreich verdoppelte sein Defizit, die Steiermark bleibt das Land mit dem größten Minus. Das Defizit der Gemeinden ohne Wien sank von 1,2 auf 0,9 Mrd. €, jenes der Gemeinde Wien stieg auf 2,4 Mrd. €.
Finanzierungssaldo des Landessektors in Mio. € (ohne Wien; Wien wird statistisch als Gemeinde geführt). Die Wiener Landeskammern (2025: +74 Mio. €) sind nicht dargestellt.
Gemeindeschulden nach Größe
Die Schulden der Gemeinden (ohne Wien) stiegen von 7,9 Mrd. € (2022) auf 10,5 Mrd. € (2025). Die Gemeindegröße wirkt sich laut Statistik Austria wenig auf die Dynamik aus – in allen Klassen ging es deutlich nach oben. Pro Kopf am höchsten verschuldet sind die großen Städte; am stärksten gestiegen ist die Pro-Kopf-Verschuldung aber bei den kleinen Gemeinden.
Schuldenstände der Gemeinden (Kerneinheiten, ohne ausgegliederte Betriebe) pro Kopf in Euro; Bevölkerung gemäß Finanzausgleichsgesetz. Taiskirchen im Innkreis fällt in die Klasse 2.501–5.000 Einwohner. Werte sind Durchschnitte – die einzelne Gemeinde kann stark abweichen.
Was heißt das für meinen Haushalt?
Rein rechnerisch – niemand bekommt eine Rechnung. Aber die Zahlen werden greifbarer, wenn man sie auf die eigene Familie umlegt.
Kurz-Quiz: Was ist hängen geblieben?
Begriffe kurz erklärt
Defizit bzw. Finanzierungssaldo
Die Differenz zwischen Staatseinnahmen und Staatsausgaben in einem Jahr. Ist sie negativ, muss der Staat neue Schulden aufnehmen. Angegeben meist in Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP).
Schuldenquote
Der gesamte Schuldenstand des Staates im Verhältnis zur jährlichen Wirtschaftsleistung (BIP). Sie kann auch steigen, wenn die Wirtschaft schwächelt – selbst bei gleichbleibenden Schulden.
Maastricht-Kriterien
Die Fiskalregeln der EU: Das Defizit soll höchstens 3 % und die Schuldenquote höchstens 60 % des BIP betragen. Österreich überschreitet 2025 beide Grenzen.
Verfahren bei einem übermäßigen Defizit
Ein Verfahren der EU gegen Mitgliedstaaten, deren Defizit die 3-%-Grenze überschreitet. Das Land muss einen Plan zum Abbau vorlegen und regelmäßig berichten. 2025 betraf das 10 von 27 Staaten, darunter Österreich.
Teilsektoren des Staates
Statistik Austria gliedert den Staat in Bund, Länder (ohne Wien), Gemeinden (einschließlich Wien, das zugleich Land und Gemeinde ist) und die Sozialversicherungsträger.
Kerneinheiten der Gemeinden
Der eigentliche Gemeindehaushalt – ohne ausgegliederte Gesellschaften wie etwa Immobilien-KGs oder Betriebe. Die Pro-Kopf-Werte im Abschnitt „Gemeinden“ beziehen sich darauf.
Kommunalsteuer
Eine Abgabe, die Arbeitgeber an die Gemeinde zahlen, in der ihre Beschäftigten arbeiten (3 % der Bruttolohnsumme). Sie ist eine der wichtigsten eigenen Einnahmen der Gemeinden – 2025 österreichweit rund 4,7 Mrd. €.
Ebenfalls am 31. März 2026 veröffentlicht
Statistik Austria stellt seit Ende März erstmals monatliche Haushaltsdaten auf Kassenbasis für Bund, Länder, Wien und Sozialversicherung bereit (Grundlage: Novelle der Gebarungsstatistik-Verordnung). Außerdem lag die Inflation im März 2026 laut Schnellschätzung bei 3,1 % – vor allem wegen höherer Preise für Treibstoffe und Heizöl.