Start›Artikel ›Geschichte Geschichte Der Turm, der beim Läuten wackelt 25. Oktober 2026 · 3 Min. Lesezeit Seit 1455 hängen hier Glocken. Seit dem Pfarrfest 2026 weiß Taiskirchen, dass sich der Turm im oberen Bereich mitbewegt, wenn sie läuten. Pfarrkirche Hll. Simon und Judas · Taiskirchen im Innkreis Weihe 12. Mai 1455 Spätgotische Hallenkirche Geläut seit 1949: 4 Glocken · 4.380 kg Die Anekdote Pfarrfest, 27. September 2026 Mitten im Festbetrieb schauten die ersten nach oben. Die Glocken läuteten, und der Kirchturm wackelte. Nicht unmerklich, sondern so, dass man es von unten mit freiem Auge sehen konnte: Der obere Teil des Turms bewegte sich im Takt des Geläuts mit. Der Bereich rund um die Kirche wurde daraufhin großräumig abgesperrt. Eine Fachfirma rückte an und untersuchte den Turm, unter anderem mit einer Drohne. Das Ergebnis: keine Gefahr. Gewackelt wird trotzdem weiter. Wer beim Läuten vor der Kirche steht und genau hinschaut, sieht den Turm oben schwanken. Warum ein Turm beim Läuten schwingt Läutende Glocken sind Pendel aus Bronze. Die vier Glocken in Taiskirchen wiegen zusammen rund 4,4 Tonnen. Jeder Schwung drückt seitlich auf Glockenstuhl und Mauerwerk. Trifft der Takt der Glocken ungefähr die Eigenfrequenz des Turms, schaukelt sich die Bewegung auf, ähnlich wie bei einer Schaukel, die man im richtigen Moment anstößt. Eine sichtbare Bewegung ist also physikalisch erklärbar und muss nicht auf einen Schaden hindeuten. Genau das klärt eine Prüfung wie die vom Herbst 2026. 1455Weihbischof Sigismund von Passau weiht Kirche, Altäre, Friedhof und zwei Glocken. 1730Dechant Franz Christoph Pachmayr erhöht den Kirchturm. 1839Der Turm wird repariert. 15. 8. 1922Ein schwerer Sturm bricht das Turmkreuz ab. Es stürzt über das Kirchendach zu Boden. 1975/76Das Gebälk des Kirchturms ist „ganz vermorscht“. Im September 1976 wird der Turm eingerüstet und mit Kupferblech neu gedeckt. Herbst 2026Turm wackelt beim Läuten. Absperrung, Drohnenprüfung, Entwarnung. Von oben Die Kirche aus der Luft Pause Drohnenflug über Taiskirchen, April 2024 Glockengeschichte Dreimal neu gegossen, zweimal im Krieg verloren Die älteste große Glocke trug die Aufschrift „Gegossen zu Landshut 1507“. Sie wurde 1889 eingeschmolzen, als Rup Teilen: Facebook WhatsApp E-Mail Link kopieren