Geschichte über Taiskirchen mit Song Nebeltaucher

· 3 Min. Lesezeit

Rund 900 Jahre lässt sich die Geschichte von Taiskirchen in schriftlichen Quellen zurückverfolgen. Vom Gerichtsplatz im Mittelalter über die bayerische Zeit bis zur heutigen Marktgemeinde – und dazwischen eine Sage, die jeder im Ort kennt.

Taiskirchen


Die erste Erwähnung im Jahr 1120

Der Name Taiskirchen wird erstmals in einer Schenkungsurkunde des Stiftes St. Nikola bei Passau erwähnt: im Jahr 1120 als „Tagedineschirchen“, im Jahr 1130 als „Tagidischirchen“. Als Zeugen scheinen darin zwei Männer namens Odalscalch und Arnoldt auf, beide Ministerialen der Grafen von Formbach. Das Original der Urkunde befindet sich im Bayerischen Staatsarchiv in München.

Im Ort befand sich zu dieser Zeit wahrscheinlich eine Gerichtsstätte, ein sogenanntes Tageding – davon dürfte sich der Ortsname ableiten. Mit dem berühmt-berüchtigten Taiskirchner Nebel hat die Namensentstehung also nichts zu tun.

Wie sich der Name wandelte

  • 1120: Tagedineschirchen (Schenkungsurkunde Stift St. Nikola)
  • 1130: Tagidischirchen
  • 1581: Taischirchen (Trauungsbuch der Altpfarre)
  • 1687: Taiskirchen – erstmals in der heutigen Schreibweise, im Totenbuch der Pfarre

Die Edlen von Taiskirchen

Der Sitz der Edlen, also der örtlichen Adelsfamilie, dürfte in der Ortschaft Krempl gelegen sein. Darauf weist die bis heute verwendete Bezeichnung „Schlossbauer im Krempl“ hin – vermutlich stand dort einst eine Schlossanlage. Die Bezeichnung „am Markt“ lässt zudem auf einen frühen Handelsplatz schließen. Das Adelsgeschlecht ist im Jahr 1180 ausgestorben.

Die Altpfarre Taiskirchen

Etwa zur selben Zeit entstand die Pfarre Taiskirchen. Die Altpfarre war Mutterpfarre von Dorf an der Pram, Riedau, Andrichsfurt und Utzenaich; zwischenzeitlich war Taiskirchen sogar ein eigenes Dekanat.

Prägend für das Ortsbild ist die gotische Pfarrkirche zu den Heiligen Simon und Judas, eine zweischiffige Kirche mit reichem Rippengewölbe. Eine 1701 angebaute Sebastianikapelle wurde bei Renovierungsarbeiten 1910 wieder abgetragen.

Bayerisch, dann österreichisch

Wie das gesamte Innviertel gehörte Taiskirchen jahrhundertelang zu Bayern. Erst mit dem Frieden von Teschen 1779 kam das Gebiet zu Österreich. In den Napoleonischen Kriegen war es noch einmal kurz bayerisch, danach kam es endgültig zu Oberösterreich.

An diese Verbindung erinnert auch das Gemeindewappen, das 1978 verliehen wurde: Es vereint Elemente der Wappen von Bayern und Lothringen – zurückgehend auf die Hochzeit des bayerischen Herzogs Maximilian I. mit einer lothringischen Herzogstochter. Ein entsprechendes Wappen findet sich auch in der Pfarrkirche.

Vom Dorf zur Marktgemeinde

Ein Stück Ortsgeschichte schreibt auch der Musikverein: Er wurde 1849 von Joseph Gramberger mit 14 Musikern gegründet und zählt heute rund 60 Mitglieder. 1990 wurde Taiskirchen zur Marktgemeinde erhoben.

Heute leben auf rund 34,5 km² und in 33 Ortschaften etwa 2.400 Menschen. Die örtliche Mittelschule wird auch von Schülerinnen und Schülern aus fünf Nachbargemeinden besucht. Zwei Großbetriebe – Höfer Maschinenbau und Samen Maier – sowie zahlreiche Mittelbetriebe sind Arbeitsort für viele Taiskirchner und für Pendler aus der Umgebung. Ein starkes Standbein ist nach wie vor die Landwirtschaft: Taiskirchen zählt zu den größten Agrargemeinden des Bezirks Ried im Innkreis.

Die Sage von den Nebeltauchern

Die Taiskirchner werden die „Nebeltaucher“ genannt – „Daskiringa Nöbödaua“. Laut Heimatbuch von 1979 erzählt die Sage, Taiskirchen sei einmal von so dichtem Nebel verhüllt gewesen, dass die Leute die Kirche nicht fanden. Erst nach langem „Strotten“ mit langen Stangen gelang es einem, die Kirche zu finden, was er mit dem lauten Freudenruf kundtat:

„Da is d’Kira!“

Daher stammt nach dem Volkswitz der Ortsname. Vom Strotten nach der Kirche heißen die Taiskirchner auch die „stoeßadn Daskiringa“.

Die Kirche, die nicht auf den Berg wollte

Eine andere Sage berichtet: Ursprünglich wollte man die Pfarrkirche auf den Wimmerberg bauen, denn das Tal, in dem sie heute steht, war weithin Wald und Sumpf. Als man aber mit dem Bau begann, wurde das am Tag Gebaute nachts ins Tal geschafft – und das wiederholte sich dreimal. Da erkannte man den Wink des Himmels, als wollte dieser sagen: „Da is d’Kirchen.“

Die Sage als Musikvideo

Die Sage der Nebeltaucher gibt es jetzt auch als Song – unterlegt mit Drohnenaufnahmen aus Taiskirchen. Der Nebel lichtet sich, und dann heißt es: „Da is d’Kira!“

Quellen: Heimatbuch Taiskirchen (1979); Angaben zur Ortsgeschichte der Marktgemeinde Taiskirchen im Innkreis; Wikipedia; Flags of the World; Oberösterreich Tourismus.

Teilen:FacebookWhatsAppE-Mail

Mehr zum Thema